Rüdiger Hümmer Dipl.-Ing.(FH)
Abkürzung: Zu meiner Empfehlung für Sie.
Content Management Systeme (CMS) sind Programme (Software) zur Verwaltung von Internetseiten. Ist das Programm eingerichtet und die Seitenstruktur mit Gestaltung angelegt, ermöglichen sie es, daß auch ein Laie Inhalte auf den Webseiten pflegen kann. Natürlich muß man sich trotzdem mit der Bedienung und den Konzepten des CMS auseinandersetzen.
Content Management Systeme werden bei uns auch als Redaktionssysteme bezeichnet, was schon den Ursprung und die wichtigste Anwendung andeutet. Sie sind dort am besten einzusetzen, wo viele Personen Inhalte eines Internetauftritts pflegen müssen, ohne selbst Programmierer oder Webdesigner zu sein, z. B. bei Zeitungen oder Nachrichtenseiten.
CMS gibt es als kommerzielle Programme, aber auch im Open Source Bereich. Die bekanntesten Vertreter hier dürften Typo3, Joomla! und Drupal sein. Zu beachten ist, daß Open Source zwar bedeutet, es gibt keine nennenswerten Anschaffungskosten, nicht aber, es gibt keinen Aufwand und keine Kosten bei der Realisierung eines Internetauftritts.
Auch technisch gesehen gibt es verschiedene Content Management Systeme: Die einfacheren werden am eigenen PC installiert und erzeugen einen Internetauftritt wie man ihn auch von Hand erstellen würde, das nennt man statisch. Die Dateien werden auf den Server hochgeladen und von dort in unveränderter Form abgerufen.
Komplexere Systeme sind auf dem Webserver selbst installiert und arbeiten meist mit einer Datenbank. Sie werden über den Browser bedient. Bei der Einrichtung muß die Seitenstruktur und das Design ebenfalls mit angelegt werden. Die Inhalte stehen in der Datenbank und werden erst beim Aufruf einer Seite durch den Besucher mit der Seitenvorlage zusammengeführt. Deswegen heißen diese Webseiten dynamisch.
Ob Sie für Ihre Seiten ein Content Management System brauchen, hängt vor allem davon ab, wie umfangreich der Internetauftritt werden soll und wie häufig und umfangreich Änderungen sind. Bedenken Sie, daß der Anfangsaufwand beim CMS auch für Sie höher ist. Sie müssen sich damit vertraut machen und die Inhalte erstellen und einbringen. Bei häufigen und umfangreicheren Änderungen werden Sie in Übung bleiben, aber wenn sich nur in größeren Abständen geringfügige Änderungen ergeben, wird Ihnen die Routine bei der Bedienung des CMS fehlen.
Außerdem müssen Sie sich die Frage stellen, ob Sie die Zeit und das technische Detailwissen haben, um die Inhalte zu sammeln und in Form zu bringen.
Ein wichtiger Aspekt bei Content Management Systemen ist die Pflege des Systems selbst. CMS sind Programme, das heißt, man wird immer wieder Fehler und Sicherheitslücken entdecken oder neue Funktionen einbauen. Dann ist eine neue Installation oder ein Update (eine Aktualisierung) nötig.
Im laufenden Betrieb müssen Sie auch dafür sorgen, daß regelmäßig ein Backup (eine Datensicherung) des Systems, also der Software mit den Templates und der Datenbank, angelegt wird, damit man bei Ausfall des Servers alles wieder neu aufsetzen kann.
An einem Content Management System hängen also einige Dinge, die bei handgefertigten statischen Seiten so nicht auftreten. Sie müssen sich darum selbst kümmern oder das einem Dienstleister oder dem Webhosting-Anbieter überlassen. Sie werden bei den Inhalten also vielleicht etwas unabhängiger, dafür aber bei der Technik dahinter abhängiger von einem Dritten.
Lassen Sie sich beraten und wägen Sie genau ab, ob für Sie ein Content Management System in Frage kommt. Setzen Sie nicht auf ein CMS, nur weil es Ihnen jemand pauschal empfiehlt. Sie bekommen auch von mir ein CMS wie Typo3, Joomla! oder Drupal, auch ein anderes, wenn Sie ein bestimmtes haben möchten.
Allerdings erlebe ich es oft in Gesprächen, daß der Interessent oder Kunde ganz von selbst vom CMS abrückt, wenn man über alle Aspekte diskutiert. Die meisten Internetauftritte sind nicht wirklich so umfangreich oder bedürfen so häufiger Änderungen, daß sich der Mehraufwand lohnt.